Vom Tessin in den Vatikan: Polizei und Schweizergarde bauen ihre Partnerschaft aus

(Bellinzona TI). Zehn Jahre nach der Unterzeichnung der Vereinbarung, mit der die Zusammenarbeit zwischen der Tessiner Kantonspolizei und der Päpstlichen Schweizergarde begann und die am 26.09.2016 im Vatikan unterzeichnet wurde, reiste eine Tessiner Delegation nach Rom, um das bedeutende Jubiläum zu feiern und die in den vergangenen zehn Jahren entstandenen Beziehungen zwischen den beiden Organisationen zu erneuern.

Seit über 500 Jahren gewährleisten die Päpstlichen Schweizergardisten die Unversehrtheit des Heiligen Vaters und die Sicherheit der Gebäude des Vatikans.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Jubiläum: Zehn Jahre Zusammenarbeit zwischen Kantonspolizei und Päpstlicher Schweizergarde
  • Beginn: Vereinbarung vom 26. September 2016
  • Treffen: Tessiner Delegation besuchte den Vatikan am 26. September 2026
  • Schwerpunkt: Ausbildung künftiger Päpstlicher Schweizergardisten
  • Ausbildungsort: Polizeiausbildungszentrum in Giubiasco
  • Zukunft: Austausch von Kompetenzen und Erfahrungen soll fortgesetzt werden

Zusammenarbeit bei der Ausbildung

In diesem Zusammenhang wurde am 26. September 2016 eine Vereinbarung unterzeichnet, um eine neue Zusammenarbeit zwischen der Tessiner Kantonspolizei und der Päpstlichen Schweizergarde zu regeln, die seither einen Teil ihrer Ausbildung unter der Leitung der Kantonspolizei absolviert. Im vergangenen Jahrzehnt zeigte sich diese Zusammenarbeit insbesondere in der Koordination der Ausbildung künftiger Päpstlicher Schweizergardisten im Tessin, die vom Polizeiausbildungszentrum (CFP) in Giubiasco betreut wird. Wie der Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde Christoph Graf betont, „war die Zusammenarbeit zwischen der Tessiner Kantonspolizei und der Päpstlichen Schweizergarde von Anfang an stets freundschaftlich, professionell und spontan“.

Tessiner Delegation reist in den Vatikan

Genau zehn Jahre nach der Unterzeichnung der Vereinbarung reiste am Samstag, 26. September 2026, eine Tessiner Delegation für ein institutionelles Treffen mit dem Kommando der Päpstlichen Schweizergarde in den Vatikan. Die Delegation bestand aus dem Kommandanten der Kantonspolizei Matteo Cocchi, dem stellvertretenden Kommandanten Lorenzo Hutter, dem Leiter der Sektion Militär und Bevölkerungsschutz (SMPP) Ryan Pedevilla sowie Lorenzo Merga, Koordinator der Gruppe Prävention und Verhandlung (GPN) der Kantonspolizei und erster Tessiner Offizier in der Geschichte der Päpstlichen Schweizergarde. Während seiner Ausbildung im Vatikan hatte Lorenzo Merga in enger Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei dazu beigetragen, das Projekt zu festigen und anschliessend definitiv zu etablieren.

Partnerschaft soll weiter ausgebaut werden

Das Treffen bot Gelegenheit, die wichtigsten Etappen einer Zusammenarbeit Revue passieren zu lassen, die sich im Laufe der Jahre zunehmend gefestigt hat, und gleichzeitig Bilanz über die gesammelten Erfahrungen sowie die Zukunftsperspektiven zu ziehen. „Zehn Jahre nach der Unterzeichnung der Vereinbarung stellt diese Zusammenarbeit weiterhin eine wichtige Gelegenheit für den Austausch und die berufliche Weiterentwicklung dar und schafft eine solide Grundlage für eine Zukunft mit einer immer bereichernderen Beziehung zwischen Kantonspolizei und Päpstlicher Schweizergarde“, betont der Kommandant der Kantonspolizei Matteo Cocchi.

Das zehnjährige Jubiläum war in diesem Sinne nicht nur ein feierlicher Moment, sondern auch eine Gelegenheit, den gemeinsamen Willen zu bekräftigen, den Austausch von Kompetenzen und Erfahrungen insbesondere im Bereich der Ausbildung fortzusetzen. Insgesamt entwickelt sich die Ausbildung kontinuierlich weiter und stellt ein grundlegendes Element für das Wachstum und die Entwicklung des Personals der jeweiligen Korps dar.

Blick hinter die Kulissen
🇨🇭 Schweizer Garde:
Tradition trifft Personenschutz
Die Uniform ist weltberühmt, die Geschichte reicht mehr als 500 Jahre zurück. Doch hinter Hellebarde und Renaissance-Tradition steht bis heute ein echter Schutz- und Sicherheitsauftrag.
1506
Gründungsjahr
500+
Jahre Tradition
6. Mai
Tag der Vereidigung
🛡️ Was macht die Schweizer Garde wirklich?

Im Mittelpunkt steht der Schutz des Papstes. Die Gardisten sichern wichtige Zugänge des Vatikans, übernehmen Wach- und Sicherheitsdienste und begleiten den Papst bei offiziellen Auftritten. Dazu kommen Ehrendienste bei bedeutenden kirchlichen und staatlichen Anlässen.

⚔️ Die Hellebarde ist nur die sichtbare Seite
Die historische Waffe und die auffällige Uniform gehören zum weltbekannten Erscheinungsbild. Für ihren tatsächlichen Sicherheitsauftrag werden die Gardisten jedoch professionell ausgebildet und auf moderne Schutzaufgaben vorbereitet.
🇨🇭 Nicht jeder Schweizer kann Gardist werden
✓ Schweizer Staatsbürger
Die Schweizer Staatsbürgerschaft gehört zu den Grundvoraussetzungen.
✓ Katholischer Glaube
Die Zugehörigkeit zur römisch-katholischen Kirche ist Voraussetzung für den Dienst.
✓ Schweizer Armee
Eine abgeschlossene Rekrutenschule der Schweizer Armee ist erforderlich.
✓ Einwandfreier Leumund
Hinzu kommen weitere persönliche und körperliche Anforderungen.
✝️ Warum der 6. Mai so wichtig ist
An diesem Tag werden traditionell die neuen Gardisten vereidigt. Das Datum erinnert an den Sacco di Roma von 1527: Bei der Verteidigung von Papst Clemens VII. liessen zahlreiche Schweizergardisten ihr Leben. Der 6. Mai ist deshalb bis heute eng mit der Geschichte und dem Selbstverständnis der Garde verbunden.
🎓 Und was hat das Tessin damit zu tun?
Genau hier schliesst sich der Kreis zum aktuellen Jubiläum: Künftige Gardisten absolvieren einen Teil ihrer Ausbildung in Zusammenarbeit mit der Tessiner Kantonspolizei. Das Polizeiausbildungszentrum in Giubiasco ist damit Teil einer besonderen Verbindung zwischen Schweizer Polizeiarbeit und dem Sicherheitsdienst im Vatikan.

💡 Kurz gesagt

Renaissance-Uniform, Hellebarde und jahrhundertealte Rituale prägen das Bild der Schweizer Garde. Dahinter stehen jedoch Ausbildung, Disziplin und ein konkreter Auftrag: der Schutz des Papstes und die Sicherheit im Vatikan.

 

Quelle: Kantonspolizei Tessin
Bildquelle: Kantonspolizei Tessin